Celine:
»Hast du erwartet, ich würde dir vertrauen?«
Die Worte von gestern schweben mir durch den Kopf. Seine Worte, die er mit überzeugendem Tonfall an mich gerichtet hatte. Wenn du mir vertraust, schneid mich los. Ich vertraue dir auf jeden Fall. Nur ob er es ernst meint, weiß ich immer noch nicht. Ruhigen Schrittes gehe ich auf ihn zu, in verspannter Haltung, mit der Hand an meinem Messer. Als könnte er mich jeden Moment wie ein hungriges Raubtier anspringen. Er deutet mit einer schwenkenden Handbewegung auf den Platz neben ihm und anschließend auf einen staubigen Hocker im Schein der Lampe.
»Wenn ich sehe, wo du dich hinsetzt, kenne ich die Antwort.«
Er wirkt selbstsicher. Wenn ich herausfinden will, ob er es ernst meint oder spielen will, bleibt mir keine andere Wahl. Er wirkt zu abgebrüht, um sich mit Lügen abstrafen zu lassen. Oder er spielt seine Rolle verdammt gut.
Elijah:
Schwerfällig leiste ich ihr Folge, denn ich weiß, was im Norden passiert ist. Aber ich darf sie nicht alleine lassen, ich habe Liam ein
Versprechen gegeben! Sie weiß sich zu verteidigen, aber gegen diese Anzahl an Monstern ist selbst sie machtlos. Und ich denke, ihr wird es nicht anders gehen als mir. Lieber zusammen sterben als allein!
Auf der Hütte legen wir uns flach auf den Bauch, den Blick nach vorne gerichtet. Ich will ihr in die Augen blicken, um erkennen zu können, was sie vor hat. Doch ihre Haare verdecken ihr Gesicht.
»Wie ist der Plan, wo sollen wir am besten hin?«, flüstere ich und glücklicherweise dreht sie sich zu mir.
»In der Hütte, in der du die erste Nacht hier verbracht hast, führt eine versteckte Falltür in die Wälder. Ein Weg in Richtung der Seen. Wenn das Südtor überrannt worden ist und das Nordtor auch nicht standgehalten hat, ist das unsere einzige Möglichkeit.«
Bei jedem Wort kann ich spüren, wie die Ereignisse sie auffressen. Aber sie bleibt eisern, will keine Schwäche zeigen.
»Okay, dann nichts wie weg hier.«